Die erste Zeit am HWG

Im Vordergrund der ersten Zeit am HWG steht das Ziel, aus der neuen Klasse eine Gruppe zu formen, in der die Kinder sich wohlfühlen und dann auch etwas leisten können. Besonders wichtig sind in der Anfangsphase: Das Fach „Soziales Lernen“ und die wöchentlichen Klassen­ratstunden mit dem Klassenlehrertandem, in denen all die ­Themen und Erfahrungen mit den vielen neuen Menschen besprochen werden und geklärt werden kann, was im Fachunterricht keinen Platz findet. Die ersten Tage in der neuen 5. Klasse werden hauptsächlich von dem Klassenlehrertandem gestaltet. Dabei werden diese unterstützt von den Paten, Schüler/innen der Oberstufe, die den Kindern als Ansprechpartner in den Klassen 5 und 6 zur Verfügung stehen.

Patenschaft für eine 5. Klasse
Louisa, eine Patin berichtet: „Jeder von uns war mal in der 5. Klasse und hat sich anfangs hilflos gefühlt. Man musste sich erst einmal zurechtfinden, in dieser großen neuen Welt. Doch als Fünftklässler steht man nie alleine da. Dafür gibt es uns: Wir wollen Ansprechpartner sein, unterstützen und helfen. Jede 5. Klasse hat am HWG zwei oder drei Paten. Wir Paten dachten zunächst, dass es schwierig sein würde, uns den Kleinen anzunähern, doch schon auf der Kennenlernreise waren jegliche Zweifel verflogen. Wir haben mit den Fünftklässlern Spaß gehabt und ihnen geholfen, eine solide Klassengemeinschaft zu bilden.„Pate sein“ ist mehr, als den Kindern beim Fächerbau zu helfen und ihnen die Schule zu zeigen. Wir haben im Laufe der ersten zwei Monate auch Engpässe erlebt, zum Beispiel wenn es darum ging, allen Kindern die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken und sich gleichermaßen um jeden zu kümmern. Meistens sind kleine Streitigkeiten und Konflikte bei den Kleinen aber wirklich schnell wieder vergessen, so dass es größtenteils fröhliche Erlebnisse sind, die wir teilen.Wir sind das Bindeglied zwischen Lehrern und Schülern, stehen in den Pausen als ständige Ansprechpartner für Probleme oder Fragen der Schüler zur Verfügung. Ob es nun darum geht, den Kindern bei „Liebeskummer“ beizustehen oder ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen. Nicht nur die Kleinen haben dabei Spaß. Auch für uns ist es jedes Mal wieder ein Vergnügen, Konflikte zu lösen und zuzusehen, wie sehr unsere Schützlinge sowohl unsere Hilfe annehmen, als auch sich zunehmend gegenseitig Hilfestellungen geben. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass sich die Kleinen jedes Mal wieder auf unsere gemeinsamen Aktivitäten freuen und es genießen, mit uns Zeit zu verbringen, genauso wie wir es auch tun.“

Meist begleiten die Paten und Patinnen also Projekte, Wandertage und auch die Klassenreise. Sie erhalten für ihr jahrgangsübergreifendes soziales Engagement ein Zertifikat.