Bläserklassen

Soziales Lernen mit Musik

Die Idee
Seit August 2016 läuft der zwölfte Jahrgang einer Bläserklasse am Heilwig Gymnasium. Die Idee: Eine ganze Klasse entscheidet sich, dass alle zusammen ein Instrument wie Flöte, Klarinette, Saxophon, Tuba, Euphonium, Posaune oder Trompete erlernen und spielen. Zu den regulären zwei Wochenstunden Musik im Klassenverband (immer mit Instrument!) kommen einer weitere Musikstunde und eine Unterrichtsstunde mit einem externen Instrumentallehrer, der in einer Randstunde (z.B. Dienstag 7. Std.) Kleingruppen auf dem jeweiligen Instrument unterrichtet.

In einer Mediengesellschaft darf Musik nicht auf die Rolle eines emotionalen Lock- oder auch Bindemit­tels reduziert werden. Es ist mittlerweile ein wissenschaftlich erwiesener Gemeinplatz, dass Musikma­chen eine Schlüsselfunktion für verschiedene Intelligenzleistungen besitzt. Musizierende Kinder sind ausgeglichener, es gibt weniger Aggressionen, das Sozialverhalten wird verbessert, die Kommunikation unter Ungleichen erleichtert. Um diese Fähigkeiten zu entwickeln, steht – wie für die Entwicklung der Sprache – nur ein begrenztes Zeitfenster zur Verfügung. Die optimale Förderung muss vor dem Eintritt in die Pubertät geschehen.

Diese Erkenntnis greift das Bläserklassenmodell des Heilwig Gymnasiums auf. Es ist keine Big Band im AG-Bereich, kein Ensemble zur Eliteförderung, und es wird auch keine Gruppe von handverlesenen Instrumentalisten sein. Kurz zusammengefasst heißt die pädagogische Ausrichtung dieses Modells „Soziales Lernen mit Musik“. Die Bläserklasse wird in der anfangs gewählten Zusammensetzung das ganze 5. und 6. Schuljahr zusam­menbleiben und grundlegende Fähigkeiten wie das Üben und das Zuhören lernen – darüber hinaus emotional engagiert auf gemeinsame Ziele hinarbeiten und das Erlernen von Fertigkeiten als sinnvoll erleben.

SchülerInnen mit anderen musi­kalischen Fertigkeiten (z.B. Pianisten / Streicher / Schlagzeuger) müssen bei Interesse an diesem Unter­richtsangebot bereit sein, ein passendes Blasinstrument neu zu erlernen.

Der Instrumentalunterricht für die Kinder der Bläserklassen

„Bläserklasse“ ist ein Paket-Angebot für die Dauer von zwei Jahren. Dieses Paket umfasst also neben einer regulären Wochenstunde Musik zusätzlich zwei „Orchesterstunden“ und eine wöchentliche Unter­richtsstunde mit dem Instrumentallehrer. Hinzu kommen das Leihinstrument, Lernmaterial (Noten, CDs etc.) und die Instrumentenversicherung.

Drei der vier Musik-Wochenstunden finden mit dem Instrument statt

Es sind sechs externe Lehrer für die unterschiedlichen Instrumententypen en­gagiert. Diese Honorarkräfte übernehmen jeweils in einer Wochenstunde (45 Minuten) den parallel stattfindenden Gruppenunterricht – zusätzlicher Privatunter­richt ist also nicht erforderlich.

Die Kosten

Schulischer Vertragspartner ist der Förderverein „Lernen mit Musik“. Das Instrument und die Versiche­rung werden ebenfalls durch den Verein besorgt, der in finanzieller Hinsicht als Sicherheitsnetz und Verteiler dient. Wichtig ist hier der Gedanke, dass die Kosten gleichmäßig auf alle Beteiligten umgelegt werden können, ohne dadurch die Instrumentenwahl zu beeinflussen (eine Tuba kostet mehr als eine Flöte). nach zwei Jahren gehen die Instrumente zurück an die Schule und nach einer Generalüberho­lung an die nächste Bläserklasse.
Zur Anmeldung für die Bläserklasse gehört die Anmeldung für den Verein „Lernen mit Musik eV“ und die Einrichtung eines Dauerauftrages. Dieser der Schule angegliederte Förderverein dient der Bereitstellung des musikalischen Instrumentariums und bezahlt die Lehrkräfte. Er verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung.

Die genauen Kosten werden über die Beitragsordnung des Vereins geregelt. Sie liegen in diesem Jahr bei monatlich Euro 45,-.