MINT:Pink im Geotechniklabor der TUHH

Die Luft ist stickig in dem kleinen Raum, der fast vollständig von einem Metalltisch in der Mitte eingenommen wird. Auf diesem Tisch stehen schon allerhand Gefäße, Schaufeln und kiloweise Sand bereit, doch wir, die Mädchen der neunten Klassen, die an Mint:Pink teilnehmen, gucken interessiert auf die Power-Point-Präsentation, die Frau Göta Bürkner, Diplom-Geologin, vorbereitet hat.
Sie erzählt uns, was Geotechniker tun, zeigt uns anhand einiger Versuche, was man mit Sand alles machen kann und warum die Arbeit der Geotechniker so wichtig ist, und erklärt, was genau wir eigentlich vorhaben.
Unsere Aufgabe klingt erst einmal recht einfach: Sandburgen bauen. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, denn wir müssen nicht etwa die schönste oder kreativste Sandburg bauen, sondern die stabilste. Noch dazu ist das Ganze ein Wettbewerb.

In Zweier- oder Dreier-Teams müssen wir aus Sand, Wasser, Stofflappen und Strohhalmen ein Konstrukt mit einer vorgegebenen Mindesthöhe bauen, das möglichst viel Gewicht tragen soll, und eine Prognose abgeben, wie viel Gewicht es trägt. Und das alles in etwa zwei Stunden.
All diese Werte, also Höhe, Traglast und geschätzte Traglast, werden ausgemessen, in eine Formel eingetragen und in Punkte umgewandelt.

Wer die meisten Punkte hat gewinnt. Doch wie misst man die Traglast einer Sandburg aus? Das ist gar nicht so schwer: Mit einer dafür vorgesehenen Maschine. Diese Maschine erhöht solange den Druck auf der Burg bis sie zusammenbricht oder um 20 Millimeter geschrumpft ist, der höchste Wert ist dann die Traglast.

Wir beginnen mit dem Bau und jeder geht die Sache etwas anders an. Einige setzen auf Höhe, andere versuchen sich zuerst an einem Fundament. Jeder macht sich Gedanken über Strohhalme und Lappen und die ersten beginnen auch, diese einzusetzen. Man kommt auf die Idee, die Strohhalme mit Sand zu befüllen, um ihre Tragfähigkeit zu verstärken, wer damit angefangen hat, weiß keiner so richtig; jeder „klaut“ von jedem, doch so richtige Wettbewerbsstimmung kommt nicht auf, denn so viel man „klaut“, so viel hilft man sich auch gegenseitig. Stürzt einer der Türme ein, bekommt man Tipps für den nächsten Versuch und auch das ganze Material teilt man sich schwesterlich. Fast das Ganze! Vom zugeteilten Sand will keiner etwas abgeben und als die erste Gruppe merkt, dass ihnen der Sand ausgeht, sparen die anderen umso mehr.

Stück für Stück wachsen die Türme über die vorgegebene Höhe hinaus, Lappen werden zerschnitten, Strohhalme in den feuchten Sand gerammt und das erste Gebilde ist bereit zum Test.

Die anderen Gruppen bauen wie besessen weiter und warten gespannt auf die Ergebnisse der Gruppen, die aus dem Testraum kommen. Nur noch drei Gruppen sind übrig, Rekord um Rekord wurde schon aufgestellt, und nun setzt die letzte Gruppe nochmal einen oben drauf: 14 Kilo hält ihre Konstruktion. Alle sind von der Leistung beeindruckt, Urkunden werden verteilt und ein interessanter Tag mit vielen Erfahrungen geht mit einem leckeren Essen in der Uni-Mensa zu Ende.

Mascha Fiedler, Martha Buhre, Liv-Inga Wolter (9c); Fotos Lp.