3. Bundespreis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Robert Richter (S3) ist für seinen Beitrag zum dies­jährigen Geschichts­wettbewerb des Bundes­präsidenten mit einem 3. Bundespreis ausge­zeichnet worden. Ausgehend vom Rahmenthema „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“ suchte sich Robert ein ungewöhn­liches und sehr interessantes Thema. Seine Arbeit, für die er im Staatsarchiv mit Original­quellen gearbeitet hat, trägt den Titel: „Anti­semitismus im Strafvollzug? Seelsorge für Strafgefangene jüdischen Glaubens im Hamburger Zentral­gefängnis Fuhlsbüttel um 1920 und Fragen der Wieder­eingliederung in die Gesellschaft“.

Von der Jury wurde seine Arbeit folgendermaßen zusammengefasst:

„Der schriftliche Beitrag von Robert Richter befasst sich mit der von der Deutsch-Israelitischen Gemeinde getragenen jüdischen Gefängnis­seelsorge um 1920 im Gefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel, welche im Gegensatz zur christlichen keine Selbst­verständlich­keit war. Anhand von Akten der Justiz­verwaltung aus dem Stadtarchiv untersuchte er, inwiefern die Ungleich­behandlung der jüdischen Seelsorger antisemitisch begründet war. Den Umgang der Behörden mit der jüdischen Seelsorge im Kaiserreich und in der Weimarer Republik 1913 bis 1933 bewertet er als progressiv und Beitrag zur Emanzipation der Juden in Deutschland. Ab 1933 wurden die jüdischen Seelsorger antisemitisch motiviert benach­teiligt. In einem Vergleich mit der Lage in der heutigen JVA Fuhlsbüttel kommt der Schüler zu dem Schluss, dass aktuell die aktuelle Frage der muslimischen Gefängnis­seelsorge die Frage nach der Gleich­berechtigung von Religions­gruppen aufwirft.“

Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre mit wechselnden Themen statt. Die Schüler*innen des Profils „Das Eigene und das Fremde“ haben die Möglichkeit im Rahmen der Semina­arbeit an dem Wettbewerb teilzunehmen. Der nächste Wettbewerb startet im September 2019, wer Interesse hat, kann sich auf der Homepage der Körber-Stiftung, die den Wettbewerb veranstaltet, hier informieren.

(Lö)