„Alle Menschen werden Brüder“ – PuM beim G20-Gipfel

Inwieweit es sich wirklich gelohnt hat, den G20-Gipfel in mitten von Hamburg auszurichten, wird wohl umstritten bleiben. Weniger umstritten war der Abschluss des G20-Projektes des Politik & Medien-Profils (PuM), welches die „Stiftung Hamburger Weg“ mit uns durch­führte. Zunächst besuchten wir zusammen das „Global Citizen Festival“, welches sich trotz der Auftritte von Cold­play, Pharell Williams und vielen anderen Musi­kern als eine poli­ti­sche Ver­anstaltung verstand. Insofern waren die Reden der Minister Sigmar Gabriel (SPD) und Hermann Gröhe (CDU) konsequent. Justin Trudeaus Selbst­dar­stellung ließ nicht mal mehr im Ansatz erkennen, dass es sich hier um den Premier­minister Kanadas – und nicht um einen TV-Star – handelt.

Ernster

Seriöser ging es in der Elbphilharmonie zu. Tatsächlich lauschten wir im großen Saal gemeinsam mit Trump, Putin, Erdogan und dem Rest der politischen G20-Elite einer wunder­vollen Dar­bietung von Beet­hovens 9. Symphonie. Inhaltlich so passend heißt es dort „Alle Menschen werden Brüder.“ Das es (noch?) deutliche Unterschiede zwischen Menschen gibt, erfuhren auch wir im Ablauf der Ver­an­staltung. So mussten wir schon mehrere Stunden zuvor durch den Sicher­heits­check, hatten dafür aber Zugang zu diesem exklusiven Event. Von der Plaza fiel der Blick auf die fried­lichen Green­peace-Aktivisten, die erfolgreich die Polizeikette auf der Elbe durch­schwammen und auch auf die Demon­stranten direkt am Baumwall. Die Polizei schirmte die gesamte Veran­staltung also nicht vollständig vor Protesten ab – schützte uns aber weit erfolgreicher als manche Wohn­gebiete in Altona vor Gewalt­tätern.

In vielen seiner Facetten wird der G20-Gipfel und unser Projekt lange in Erinnerung bleiben – einerseits wünscht man sich vielleicht so etwas nie wieder erleben zu müssen – anderer­seits wäre manche Aktionen sicher wiederholenswert.
(Wiebe)